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Interview mit Marc (43), Niederlassungsleiter in der BU Kommunikationstechnik

Marc kam als Industriekletterer in die Branche – heute führt er eine Niederlassung in der Kommunikationstechnik. Dabei stehen einige Punke für ihn an vorderster Stelle: Sicherheit, Teamspirit, eine gute Motivation und ein kühler Kopf, auch für die schwierigen Themen.

Marc, was genau darf ich mir unter der Berufsbezeichnung „Niederlassungsleiter“ vorstellen? Was gehört alles zu deinen Aufgaben?

Ganz kurz gesagt: Ich sorge dafür, dass unsere MitarbeiterInnen schadlos und mit ihren Projekten reibungslos bei uns vor Ort arbeiten können. Ich bin dafür verantwortlich, dass die Lampe leuchtet, die Heizung geht, die Laptops laufen und der Stuhl nicht umkippt. Ich gucke, dass die äußeren Umstände passen, damit alle ungehemmt arbeiten können. Aber das beinhaltet nicht nur die materielle Ebene, sondern auch die menschliche: Ich hab ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte in den Projekten, verteile – falls erforderlich – Rat und habe auch ein Auge auf unsere Kapazitäten. Je nach Situation muss ich schauen, ob ich noch mehr Kapazitäten schaffen kann oder auch mal entscheiden, dass etwa aus strategischen Gründen keine weiteren freigegeben werden können.

Das heißt aber, dass du selbst nicht in der Projektarbeit mit involviert bist, oder?

Das Operating machen unsere ProjektleiterInnen – ich gebe eigentlich nur die Marschrichtung vor und nicke mal etwas ab. Ich versuche immer, dass meine Leute und ihre Projekte selbstständig laufen. Natürlich bin ich immer da, aber im Idealfall brauchen sie mich nicht. Tatsächlich bin ich noch bei einem Richtfunk-Projekt in der Leitung, aber das bedingt sich auch nur aus meiner beruflichen Historie und weil ich einer frischen Bauleiter-Kollegin für die ersten Erfahrungen darin zur Seite stehen möchte. Doch dieses Angebot gilt für alle in der Projektleitung: Ich bin da und helfe in unbequemen Situationen, ich kann die unbeliebten Entscheidungen treffen. Hinter mir darf man sich auch einmal wegducken, schon allein, damit es nicht die Arbeitsebene auf der Baustelle belastet.

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sind deiner Meinung nach denn besonders wichtig, um in deiner Position erfolgreich zu sein?

Keep calm – einfach mal ruhig bleiben. Wenn viele Emotionen im Büro unterwegs sind, sage ich immer: „Atme mal ruhig ein und aus und dann sprechen wir.“ Und dann wird mit einem kühlen Kopf von oben die Situation analytisch betrachtet. Denn eigentlich birgt jede Herausforderung auch eine Chance. Vielleicht ist es erstmal ein Problem, aber langfristig kann es etwas besser machen – und wenn es nur das Musterbeispiel wird, wie etwas nicht geht. Ich versuche, mich von Kleinigkeiten nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und stattdessen die Vogelperspektive einzunehmen. Weitblick und über den Tellerrand hinausschauen können, positiv bleiben – das ist in meiner Position wichtig.

Was schätzt du gerade an deinem Job und deinem Team am meisten?

Wir hatten zuletzt Fluktuation im Team und generell sind wir wieder gewachsen. Da ist nun meine wichtigste Aufgabe, einen neuen Teamspirit zu formen. Und das fängt schon mit den kleinen Dingen an: Wenn du gerade nichts zu tun hast, frag nach, wo du mit anpacken kannst. Helft einander. Diese Motivation und Haltung zu schaffen, also die KollegInnen als Team wieder in Spur zu bringen, kann durchaus mal hart sein und dafür sorgen, dass man sich alle zum Feind macht. Aber wenn es einmal läuft, profitieren wir alle. Wir haben in den letzten drei Jahren unser Ergebnis mehr als verdoppelt und das ist schon geil. Da können wir alle stolz drauf sein.

„In meinem Team sollen alle maximal viel Freude und Spaß an der Arbeit haben.“

Du sprachst ja schon von der Fluktuation – gibt es etwas, das du neuen KollegInnen über die Arbeit bei uns generell mit auf den Weg geben willst?

Bring dich mit ein und dann macht es auch Spaß. Mein persönliches Motto ist immer „Geh arbeiten, um zu leben, aber lebe nicht, um zu arbeiten.“ Das heißt für mich: Alle sollten maximal viel Freude und Spaß an der Arbeit haben, damit sie für niemanden zur Belastung wird. Ärgert euch nicht über schief gegangene Themen, sondern freut euch über die kleinen und großen, die gut laufen, über gewonnene Projekte und gefundene Lösungen. Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg und für mich funktioniert Motivation ohne Freude nicht. Je glücklicher alle ihren Job machen, desto glücklicher bin ich auch und desto ruhiger und entspannter ist es am Ende für alle.

Was macht denn das Feld der Kommunikationstechnik für dich spannend?

Als ich damals anfing, haben wir UMTS verbaut, dann wurde es getauscht und es kam LTE. Dann folgte 4G, jetzt sind wir bei 5G angekommen und irgendwann folgt 6G. Alle drei Jahre haben wir neue Technik, die wir verbauen – und das ist wirklich schön zu sehen, wie sich alles weiterentwickelt. Das bringt stetig neue Herausforderungen und macht es abwechslungsreich. Auch, wenn wir im Groben immer das Gleiche tun, die Feinheiten sind ständig neu. Wir sind am Wandel der Technik und bauen die Zukunft. Mobilfunk hat die Welt, wie wir sie heute kennen, maßgeblich verändert. Wenn ich die Anfänge mit dem heutigen Standard vergleiche, liegen da Welten zwischen: Ich bin ohne Handy großgeworden, mein Sohn geht mit Smartphone zur Schule. Früher wurde man panisch, wenn man aus Versehen den Internetknopf drückte, heute ist es Standard. Dieser technische Wandel macht einfach Spaß.

Hast du dich deswegen auch in erster Instanz für einen Beruf in der Kommunikationstechnik entschieden?

Tatsächlich war es keine bewusste Entscheidung – ich bin gelernter Industriekletterer und Elektromeister. Und meinen ersten Beruf hatte ich als Trainer im Hochseilgarten sowie bei Baumpflege-Arbeiten, ehe ich den Fokus auf den Industriekletterer legte. Innerhalb von drei Jahren folgte dann aber der Wechsel zur damaligen Alpine. Dort bot man mir damals die Bauleitung in entweder dem Freileitungsbau oder der Kommunikationstechnik an und ich habe mich für die Kommunikationstechnik entschieden. Sie ist generell etwas technischer und kleiner als die riesigen Masten aus der Freileitung; da ich Elektriker bin, liegt mir das einfach eher. Also bin ich der klassische Quereinsteiger, was in unserer Branche ja ohnehin nicht unüblich ist.

Wenn du an deinen Start bei uns zurückdenkst: Ist die aus dieser Zeit etwas besonders in Erinnerung geblieben?

An meinem Standort gab es immer ein sehr starkes Teamgefühl. Wir waren ein junges, dynamisches Team. Allerdings gab es dann einen tödlichen Arbeitsunfall und ich musste mich emotional von dem Ganzen distanzieren. Auch da hat sich wieder gezeigt, was für ein tolles Team um mich herum war, ich ging mit einem lachenden und einem weinenden Auge – und mit den Worten meines Chefs „Du kannst jederzeit wiederkommen, wenn du willst“. Danach bin ich bin erstmal Freelancer gewesen, hab eine Bowlingbahn aufgemacht, dann wurde ich Rollout Manager im Mobilfunk. Anschließend habe ich eine Elektrofirma als Betriebsleiter übernommen.

Und dann bist du doch wieder zu uns und EQOS zurückgekehrt – was hat dazu den Ausschlag gegeben?

Mein Vorgesetzter hat angerufen, ich bin aufgestanden und dem Klang seiner Stimme gefolgt (lacht). Und es wurde mir der Posten als Niederlassungsleiter angeboten, obwohl ich eigentlich gar nicht nach einer neuen Stelle gesucht habe. Aber EQOS ist halt EQOS – es war immer schön hier, ich hatte damals tolle KollegInnen und die harten Zeiten mit der Auflösung von Alpine hatte ich auch nicht mehr hautnah mitbekommen. Es war einfach ein nach-Hause-kommen. Obwohl bei meiner ersten Zeit hier am Standort über hundert Leute waren und jetzt nur noch 21, kannte ich immer noch einige Personen. Mein damaliger Richtfunktechniker ist nun mein neuer Projektleiter, die Bauleitung kenne ich noch und auch die Teamassistentin ist immer noch da, der Lagerist ebenso. Witzigerweise bin ich bei der Wiederkehr mehr oder weniger alleine gelassen worden, aber so, wie es ist, wenn man seine Schwester besucht. Ganz nach dem Motto: „Hey, du kennst dich hier aus, fühl dich wie zuhause, da ist der Kühlschrank, geh einfach ran.“ Dieses Gefühl und das Personal waren mein Anker, die mich zurück zu EQOS geholt haben.

Du hattest ja nun einige Jahre Abstand von EQOS. Hat sich aus deiner Sicht viel im Unternehmen verändert?

Wir sind definitiv strukturierter und transparenter geworden. Wir hatten schon immer eine Datenbank und Zahlen erfasst, aber heute ist das Kostenbewusstsein und der kaufmännische Part des Ganzen mehr im Fokus. Früher gab es jemanden, der sich schon um das Finanzielle gekümmert hat, heute wird das Thema bis in die Bauleitung hinunter gelebt. Die Selbstverantwortlichkeit ist wesentlich größer geworden. Und auch der Teamspirit und das Wir-Gefühl werden standortübergreifend deutlich mehr gefördert. EQOS ist aktiv geworden, legt ein Auge auf den sozialen Aspekt und das Wohlsein des Einzelnen. Ganz wichtig ist auch der Satz „Wir wollen, dass alle unserer Mitarbeitenden jeden Tag wieder gesund nach Hause kommen“. Jeder und jede Einzelne ist wertvoll. Sicherheit ist wichtiger als Geld und deswegen habe ich auch keine Probleme, einem Kunden zu sagen, wenn wir aus entsprechenden Bedenken mal einen Standort nicht bauen werden.

Zuletzt: Wenn du nun in die Zukunft blickst, freust du dich auf irgendetwas besonders?

Ich bin da, wo ich gerade bin, sehr zufrieden. Wenn mehr kommt, dann kommt mehr, aber ich habe da keinen Wunsch nach Veränderung. Ich habe in meiner Niederlassung noch genug zu tun, ich möchte mit ihr weiter wachsen und könnte mit dem aktuellen Status quo auch in Rente gehen. Es ist alles flexibel und abwechslungsreich genug, als dass mir hier nicht langweilig wird.